Stöckchen gefangen…

Schon vor einiger Zeit habe ich von Erkan Yilmaz ein Stöckchen zugeworfen bekommen und möchte dieses nun endlich auch einmal beantworten. Ich habe mir erlaubt die Fragen in Deutsch zu übersetzen.

1. Could you tell something about your first tests ?
1. Kannst du etwas über deinen ersten Test erzählen?

Wie jeder Entwickler hab ich immer meine Programme getestet. Allerdings waren diese Tests zu Anfang doch sehr chaotisch und wenig strukturiert gestaltet. Zudem waren diese Tests auch sehr wohlwollend gegenüber meinem Werk gestaltet, so das es später doch immer wieder zu Problemen kam. Die ersten strukturierten Tests habe ich dann per JMeter gestaltet und ausgeführt. Damals ging es darum die Performance einer Webseite mit Formularen zu ermitteln und zu verbessern. Dies würde ich dann auch als den eigentlichen Beginn meiner Testerkarriere bezeichnen.

2. What would you like to highlight as an important thing of testing - from your personal experiences ?
2. Was ist aus deiner Sicht das wichtigste am testen?

Das strukturierte testen und den globalen Blick auf das zu erzielende Ergebnis. Also nicht das Entwickler typische “Trial and Error” (man möge mir diese Vereinfachung verzeihen) beim Programmieren einer Anwendung, sondern vielmehr eine Strategie, welche das Ziel benennt (z.B. die Supportkosten zu minimieren) und von dieser Metaebene ausgehend die wesentlichen (kleinen) Schritte und deren mögliche Kosten bzw. Einsparungen definiert.
Ein weiterer wesentlicher Teil des Testens besteht darin, immer wieder neu anzufangen. Natürlich wächst mit der Zeit die Erfahrung, dennoch gibt es immer wieder einen neuen Anfang. Eine Strategie/Grundstruktur hilft dabei, den Aufwand etwas zu minimieren. Dennoch fängt man gefühlsmäßig sehr oft wieder bei Null an.

3. Why is testing not trivial ?
3. Warum ist testen nicht trivial?

Gegenfrage: Wie trivial ist Programmieren? Ich denke das (Software)testen mindestens die gleiche Komplexität wie das Programmieren hat. Was nicht bedeutet das ein Softwaretester ein besserer Programmierer ist. Ich denke eher das “eben nicht so genau Wissen wollen”, hilft dabei ein Programm aus verschiedenen Perspektiven zu untersuchen und trotzdem die Funktionsweise und Komplexität zu verstehen.

4. What do you do after testing at work ?
4. Was machst du nach dem testen auf/an/in der Arbeit?

Ist das eine Fangfrage? Natürlich ein Leben leben.
Ich bin vielseitig interessiert und manchmal ertappe ich mich dabei das ich, angeregt durch ein Buch, einen Film, ein Theaterstück oder das reden mit Freunden und Bekannten, plötzlich eine neue Sichtweise, nicht nur für das Thema um das es gerade geht, sondern auch in meinem Test Projekt bekomme und das lasse ich dann auch in meine Arbeit einfließen.

5. How do you think testing will evolve in the next 13 years ?
5. Wie denkst du, wird sich das testen in den nächsten 13 Jahren verändern?

Wie denke ich wird das Wetter nächste Woche? Es gibt Vorhersagen die eine gewisse Tendenz aufzeigen, aber eine Antwort bekommt man erst wenn es soweit ist. Bisher hat das Testen mit einem schlechten Karma zu kämpfen, ich würde mir wünschen das sich dies (unter anderem durch dieses Blog) in Zukunft wandelt.
Aber wer weiß ob ich in 13Jahren überhaupt noch testen werde, vielleicht ist alle Software bis dahin so ausgereift das man nicht mehr testen muss…

Ich lach mich schlapp und hab Tränen in den Augen … und deshalb werfe ich dieses Stöckchen nochmal an Rene von Xceptance und JaBB von Subnetmask weiter und wünsche viel Spass :)

P.S.: Wer noch Interesse hat kann dieses Stöckchen natürlich auch aufheben und beantworten.

Kommentar (1) left to “Stöckchen gefangen…”

  1. Erkan YILMAZ schrieb:

    Hallo Christian,

    Vielen Dank für die Antwort und das Weiterwerfen - mal sehen, wen wir alles mit so einem Stöckchen erschlagen können :-)

    2. Was ist aus deiner Sicht das wichtigste am testen?
    Ein weiterer wesentlicher Teil des Testens besteht darin, immer wieder neu anzufangen. Natürlich wächst mit der Zeit die Erfahrung, dennoch gibt es immer wieder einen neuen Anfang.
    Ja, das kann helfen, sich von althergebrachten Denkmustern zu lösen.

    3. Warum ist testen nicht trivial?
    Gegenfrage: Wie trivial ist Programmieren? Ich denke das (Software)testen mindestens die gleiche Komplexität wie das Programmieren hat. Was nicht bedeutet das ein Softwaretester ein besserer Programmierer ist.
    Danke für den Aspekt aus Sicht der Entwicklung. Es gibt da immer unterschiedliche Meinungen, ob Tester auch programmieren sollen oder nicht. Ist immer abhängig von der Aufgabe/Projekt/… . Ich sehe das genauso, entwickeln ist auch eine sehr kreative Aufgabe. Und übrigens, wie bewertet man “besser” ? Ist das alte Dilemma mit Zahlen gegen subjektives Gefühl.

    Ich denke eher das “eben nicht so genau Wissen wollen”, hilft dabei ein Programm aus verschiedenen Perspektiven zu untersuchen und trotzdem die Funktionsweise und Komplexität zu verstehen.
    Hm, eigtl. will ich es doch genauer wissen - deswegen testen wir als Tester es und strengen unseren Grips enorm an, um es aus vielen Perspektiven zu betrachten.
    just kidding - ich weiss schon, was du meinst :-)

    4. Was machst du nach dem testen auf/an/in der Arbeit?
    Ist das eine Fangfrage?
    Das kann man nie so genau wissen - aber sehr gut, dass du nachfrägst.

    5. Wie denkst du, wird sich das testen in den nächsten 13 Jahren verändern?
    Wie denke ich wird das Wetter nächste Woche?

    Hier hatte ich Hintergrundinfos zu den 13 Jahren gegeben - diese 13 Jahre scheinen Gott sei Dank Fragen aufzuwerfen.

    Bisher hat das Testen mit einem schlechten Karma zu kämpfen, ich würde mir wünschen das sich dies (unter anderem durch dieses Blog) in Zukunft wandelt.
    Ich auch - nur durch Handeln kann man Dinge verändern. Der erste Schritt ist getan.

    Aber wer weiß ob ich in 13Jahren überhaupt noch testen werde, vielleicht ist alle Software bis dahin so ausgereift das man nicht mehr testen muss…
    LOL, warten wir es ab.

    Erkan

Bitte kommentieren Sie

*Erforderlich
*Erforderlich (Wird nicht veröffentlicht.)